Rolf Hermann – Flüchtiges Zuhause – Erzählungen

PR-Agentur Hannover

Sie habe immer weggewollt, sagte Großmutter. Zu aufwendig
sei es, hier Landwirtschaft zu betreiben. »Irgendwohin, wo die Wiesen und Äcker
flach sind.« Und schmunzelnd fügte sie an: »Warum nicht nach Russland – oder
Schaffhausen?«

Vom Balkon des Hauses gleich hinter dem Bahnhof kann man mit
dem Großvater die vorbeiratternden Güterwaggons zählen. Großvater Oskar, der in
der nahen Fabrik Aluminium goss, das bis nach Italien und in die ganze Welt
ging, und dessen weiteste Reise eine nach Einsiedeln war.

Im abgelegenen Bergdorf hingegen, wo die Gassen so eng sind,
dass die Kinder quer über die Dächer laufen, lebt einzig noch die Großmutter,
die immer von einem anderen Leben träumte und des Nachts Gedichte schrieb. Die
Zeiten, da man die Waren über Leitern am steilen Berg transportierte, sind
längst vorbei. Heute geht es samstags mit dem Subaru zum Einkauf ins Placette.
Als eines Tages der Großvater den Jungen bittet, ihn zum Winterschnitt…

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